Depromotion "Hier sollte Ihr Titel stehen"

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Programminfo:

Die digitale Ausstellung Depromotion "Hier sollte Ihr Titel stehen" möchte an die Lebens- und Wissenschaftsleistungen der Männer erinnern, denen die (Doktor)-Würde zwischen 1933 und 1945 aufgrund des Verstoßes gegen § 175 StGB wegen gleichgeschlechtlicher Handlungen einst abgesprochen wurde.

Der Doktorwürde unwürdig! Dieses Urteil wurde zwischen 1933 und 1945 über mindestens sieben Wissenschaftler an der Universität Leipzig verhängt, deren einziges Vergehen ihre sexuelle Identität war. Wegen Verstoßes gegen den berüchtigten § 175 StGB wegen gleichgeschlechtlicher Handlungen strafrechtlich verurteilt und vom NS-Regime verfolgt, „entwürdigte“ die Leipziger Universität diese Männer zusätzlich und entzog ihnen ihre akademischen Titel. Zuvor bescheinigte wissenschaftliche Spitzenleistungen waren damit in den Augen des Rektorats nichts mehr wert.
Die individuellen Schickale dieser Männer, die durch den Stempel des § 175 geeint werden, machen ein historisches Unrecht sichtbar, das erst langsam ins öffentliche Bewusstsein rückt. Dass die Universitäten einen entscheidenden Anteil an der Verfolgung homosexueller Männer in der NS-Zeit hatten, ist ein bisher wenig beleuchtetes Kapitel der deutschen Hochschulgeschichte. Mit den Vorurteilen in den Köpfen hält sich auch § 175 hartnäckig in den Strafgesetzbüchern der beiden deutschen Staaten nach 1945. Eine langsame Aufarbeitung des Geschehenen gelingt erst im neuen Jahrtausend. Mit der durch den Bundestag 2017 beschlossenen Aufhebung aller § 175-Strafurteile auch nach 1945 und der in Aussicht gestellten finanziellen Entschädigung der noch lebenden Betroffenen, bekommt die Aufarbeitungsdebatte eine neue Aktualität.
Keiner der Männer, die wegen § 175 durch die Universität Leipzig depromoviert wurden, erlebte seine Rehabilitierung.